Viele Wege führen nach Rom... / So many roads lead to Rome...

in Deutsch Unplugged18 days ago

english below...

Viele Wege führen nach Rom… Sagt man. Noch mehr Wege führen zur Römischen Villa in Borg, einer antiken Ausgrabungsstätte, wo ein originalgetreuer Nachbau einer Villenanlage aus dem 2. Jahrhundert und diverse erlebnisarchäologische Angebote auf interessierte Besucher warten.

Wir zählten dazu und hatten natürlich bei dem tollen Wetter auch Lust, unsere Kondition zu überprüfen. Speziell wollte ich wissen, wie belastbar nun mein im Oktober demoliertes und mittlerweile wieder einigermaßen genesenes Knie sein mag…

Bei ca. 18°C liefen wir frohen Mutes los und standen nach wenigen Metern im schönsten üppig grünen Wald. Die Gegend hier im Saarland, nah der berühmten Saarschleife und dicht bei der luxemburgischen Grenze, mag ich nach wie vor sehr und es gibt noch tausend Dinge zu entdecken, bevor mir die Besuche hier langweilig werden.

Wenn wir so eine Tour machen, bereite ich mich meist möglichst gründlich vor: Wanderapp, Streckenrecherche, Proviant, Powerbank, Wettercheck… Am Donnerstag ging es also los. Es dauerte nicht lange und wir mußten feststellen, daß die Angaben in Google Maps und Komoot nicht mehr ganz zutreffend waren: die von mir ausgesuchten Wege waren keine naturbelassenen lauschigen Pfade mehr! Man hatte (ich war wenige Monate zuvor dort gewesen und erwartete keine Überraschungen…) eine amtliche asphaltierte Straße in die Gegend gezimmert und meine gute Laune sank beim Anblick der verschandelten Gebiete und der großen, schweren Baumaschinen.

Natürlich ist es mir bei genauerer Betrachtung klar, daß auch hier für Barrierefreiheit gesorgt wird und die schönen Routen auf die Art auch Rollstuhlfahrern zugänglich gemacht werden. Und trotzdem… Laufen wollte ich solche Straßen bitte nicht.

Um Alternativen mußte ich mir dann aber keine Gedanken machen, da einer aus unserem Team schwächelte (nein, mein Knie hat sich vorbildlich benommen und alles klaglos mitgemacht!) und nach ca. 3 km um Abbruch der Aktion und Heimweg bat. Nun, quälen sollte sich natürlich niemand ohne Not; auch wenn wir eigentlich mich als möglichen Spielverderber eingeplant hatten.

Wir ließen es uns dennoch nicht nehmen, auf dem Rückweg den sogenannten „Höckerlinienpfad“ zu nehmen: ein Relikt aus dem 2. Weltkrieg, eine Installation unzähliger massiver Betonpyramiden als Panzerbrecher zum Schutz vor Angriffen der französischen Truppen…

Gut, aber etwas betrübt wieder am Quartier angekommen, nahmen wir uns einen weiteren Anlauf zur Römischen Villa vor. Am Folgetag gab es jedoch zunächst ein fröhliches Treffen mit alten Freunden…

Am heutigen Samstag waren die Füßchen wieder so weit laufwillig, daß wir uns erneut auf den Weg machten; diesmal bei windstillen ca. 25°C. Ich hatte eine Alternativroute herausgesucht, die uns befestigte Abschnitte ersparen sollte.

Zur großen Freude beider Beteiligter gab es diesmal keinen Grund zur Klage, weder bezüglich der örtlichen Gegebenheiten noch der persönlichen Befindlichkeit. Wir hatten eine wunderschöne und nicht allzu fordernde Tour – es gab weder allzu intensive Steigungen noch schwierige Passage. Eben extra für Wiedereinsteiger nach Rehabilitation: mein Knie ist wieder voll okay, würde ich stolz behaupten.

In der Villa Borg wurden wir mit Informationen über die historischen Hintergründe versorgt, aber auch mit leckerem Essen und eine Reihe interessanter Einblicke in den römischen Alltag. Mich fesselten besonders die Methoden im Gartenbau, die alten Nutzpflanzen und ihre Verwendung. Außerdem natürlich die beeindruckende Architektur – die hervorragenden Kenntnisse im Umgang mit Wasser und Abwasser interessierten mich natürlich beruflich wie privat und auch die praktische und gleichzeitg ästhetische Aufteilung und Gestaltung des Geländes fanden meine Aufmerksamkeit.

Wir spielten ein paar römische Gesellschaftsspiele wie das Deltaspiel oder die Rundmühle, würfelten mit Astragalen und schlugen uns gar nicht schlecht bei einem Wissensquiz.

Gerade für Familien gibt es aber auch organisierte Angebote wie Mosaiklegen, Tonkrüge töpfern, Glas machen, Bogen schießen, römischer Schwertkampf, Kochen nach altrömischen Rezepten, Beteiligung an den immer noch aktiven Ausgrabungen,… Und: um wirklich stilecht durch die Anlage zu flanieren, kann man sich Tuniken und Ledersandalen ausleihen ;-))

Ich halte es dann an der Stelle einfach kurz und erkläre feierlich: wir hatten großen Spaß! Der Rückweg gestaltete sich als gleichfalls unkompliziert und wir genossen den Aufenthalt im Grünen.

Am Ende des Tages waren wir insgesamt, mit Fußweg zum Start- und Zielpunkt, ca. 21,8 Kilometer gelaufen. Dafür waren wir 4 Stunden und 20 Minuten in Bewegung, hatten aber zwischendurch auch einen ausgiebigen Aufenthalt bei den „Römern“…

Wir werden noch eine Weile hier verbleiben und mit Sicherheit weitere Wanderungen unternehmen, die hier natürlich berichtet werden.

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Höckerlinienpfad / Hump-line trail

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Römische Villenanlage Borg / The Borg Roman Villa Complex

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english version:

Many roads lead to Rome… or so they say. Even more roads lead to the Roman Villa in Borg, an ancient archaeological site where a faithful replica of a 2nd-century villa complex and a range of interactive archaeological activities await interested visitors.

We were among them and, naturally, with the lovely weather, we fancied testing our fitness. I was particularly keen to find out just how resilient my knee – which had been wrecked in October and had since recovered somewhat – might be…

With the temperature at around 18°C, we set off in high spirits and found ourselves in the most beautiful, lush green forest after just a few metres. I still really love this area here in the Saarland, near the famous Saar Loop and close to the Luxembourg border, and there are still a thousand things to discover before I ever get bored of visiting here.

When we go on a trip like this, I usually prepare as thoroughly as possible: hiking app, route research, provisions, power bank, weather check… So off we went on Thursday. It didn’t take long before we realised that the information on Google Maps and Komoot was no longer entirely accurate: the paths I’d chosen were no longer natural, secluded trails! Someone had (I’d been there a few months earlier and wasn’t expecting any surprises…) built an official tarmac road through the area, and my good mood sank at the sight of the ruined landscape and the large, heavy construction machinery.

Of course, on closer inspection, I realise that accessibility has been taken care of here too, and that the lovely routes have been made accessible to wheelchair users in this way. And yet… I really didn’t want to walk on roads like that.

I didn’t have to worry about alternatives, though, as one of our team was struggling (no, my knee behaved impeccably and went along with everything without complaint!) and, after about 3 km, asked to call it a day and head home. Well, of course no one should be made to suffer unnecessarily; even though we’d actually counted on me as a potential spoilsport.

Nevertheless, we didn’t miss the chance to take the so-called ‘Höckerlinienpfad’ ('Hump-line trail') on the way back: a relic from the Second World War, an installation of countless massive concrete pyramids designed as tank traps to protect against attacks by French troops…

Well, having arrived back at our accommodation somewhat downcast, we set out for another attempt at the Roman villa. The following day, however, began with a cheerful get-together with old friends…

Today, Saturday, the feet were ready for a walk again, so we set off once more; this time in calm conditions at around 25°C. I had picked out an alternative route that would spare us the paved sections.

Much to the delight of both of us, there was nothing to complain about this time, neither regarding the local conditions nor how we were feeling. We had a wonderful and not overly demanding tour – there were neither particularly steep inclines nor difficult sections. It was just right for those getting back into hiking after rehabilitation: my knee is fully recovered again, I would proudly claim.

At Villa Borg, we were provided with information about the historical background, as well as delicious food and a range of interesting insights into everyday Roman life. I was particularly fascinated by the horticultural methods, the ancient crops and their uses. And, of course, the impressive architecture – the outstanding expertise in managing water and sewage naturally interested me both professionally and personally, and the practical yet aesthetic layout and design of the grounds also caught my attention.

We played a few Roman board games such as the Delta game or the round mill, rolled the astragalus dice and did rather well in a quiz.

But there are also organised activities especially for families, such as mosaic-making, pottery-making, glass-blowing, archery, Roman sword fighting, cooking using ancient Roman recipes, taking part in the still-active excavations… And: to really stroll through the site in proper style, you can borrow tunics and leather sandals ;-))

I’ll keep it brief at this point and simply say: we had a brilliant time! The walk back was just as straightforward, and we enjoyed our time out in the countryside.

By the end of the day, including the walk to the start and finish points, we had covered a total of around 21.8 kilometres. We were on the move for 4 hours and 20 minutes, though we did take a long break to visit the ‘Romans’ in between…

We’ll be staying here for a while longer and will certainly be going on more hikes, which will of course be reported here.

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 18 days ago 

Freut mich das, dass mit dem Kni geklappt hat ohne irgendwelche Beschwerden auszulösen, kommt nicht immer vor 👍
Scheint ja wirklich ne ganz schön Ecke zu sein dort unten. Bin dort Jahrzhnte lang immer irgendwo über die Grenze nach Frankreich und dann weiter entweder nach Südfrankreich oder eben Spanien gefahren, angehalten nie !

Di eVillenanlag ist echt schön, auch wenn sie für die Gegend irgendwie ein zu mediteranes Flair verbreitet, dem Don gefallen solche Gbäude echt gut.
Ist die Anlage auch innen restauriert worden, und in Betrieb 🤔 ich glaub wirklich ich muss da irgendwann mal anhalten und mir das anschauen, wir haben ja rund um min Geburtsstadt Hanau nun wirklich genügnd Römische Hinterlassenschaften, an jeder Ecke Reste vom Limes oder sonswas von den Römern, na und hier in Andalusien keine 5 Kilometer vom Don die römischen Bäder vom Caesar die immer noch in Betrieb sind.

 18 days ago 

Die Anlage ist teilweise in Betrieb, z.B. die Römische Küche, handwerkliche Bereiche wie Töpferei, Schmiede und Glasmacherei. Die Bäder kann man nur ansehen, sind aber auch sehr schön restauriert. Was mich dazu bringt: ich hatte eigentlich viel mehr Bilder eingestellt, aber es scheint ein neues Limit zu geben? Es werden nur 15 angezeigt. Oder hat das was mit der Bildauflösung zu tun (die wird doch eh runter gerechnet, las ich?) Jedenfalls:

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