Kinkaku-ji 金閣寺 - Der Goldene Pavillion von Kyoto 👹🍣🎎 Mein Japan
Bei meinen Reisen hier im Land der aufgehenden Sonne habe ich so einige aufregende und faszierende Orte gesehen, vor denen ich oft aus dem Staunen nicht wieder herausgekommen bin. Klar gibt es auf der ganzen Welt und in eigentlich fast allen Ländern etwas großartiges zu entdecken, aber da es mir Japan irgendwie angetan hat, bin ich nun einmal zumeist hier in diesen wundervollen Land unterwegs. Und ich muss zugeben, dass es mir gut tut und ich eigentlich gar nicht viel mehr bräuchte, zumindest solange bis ich hier alles gesehen habe, was es zu sehen gibt. Und da das eine ganze Menge ist, wird meine Zeit wohl nicht dafür ausreichen, um mich dem Rest der Welt zu widmen, von der ich bisher zwar auch schon ein bisschen, aber dann doch auch viel zu wenig gesehen habe.
Und dazu kommen dann auch noch viele Orte, an die ich unbedingt noch einmal zurückkehren will. Dorthin, wo es mir beim ersten Mal so gut gefallen hat, und auch dorthin, wo ich bei meinem vorherigen Besuch einfach nicht genug Zeit und Muse hatte, um mir alles genauer anzusehen und auch zu verstehen. Oft passiert es erst im Nachgang zu einer Reise, dass das Interesse an einem bestimmten Ort so richtig geweckt wird und man auf einmal viel mehr darüber wissen möchte. Manchmal sogar erst viel später, wenn man sich die Bilder vergangenen Reisen noch einmal anschaut, und plötzlich ins Träumen gerät.
So ging oder besser geht es mir immer wieder, und plötzlich kommen zu all den neuen Zielen, die auf meiner Liste stehen, immer auch wieder etwas bereits Bekanntes dazu. Orte, an denen ich bereits gewesen bin, aber wo ich unbedingt noch einmal vorbeischauen will.
Wie zum Beispiel der Kinkaku-ji Temple in Kyoto, der früheren langjährigen Hauptstadt des japanischen Inselreiches.
Der Kinkaku‑ji (金閣寺), oder auch der Goldene Pavillon von Kyōto, ist eines der berühmtesten Wahrzeichen Japans. Es handelt sich hierbei um einen Zen‑Tempel, dessen oberste Stockwerke vollständig mit Blattgold bedeckt sind und der als Inbegriff der Ästhetik der Muromachi‑Zeit gilt.
Ursprünglich wurde er im Jahr 1397 als prachtvolle Ruhesitz‑Villa für den Shōgun Ashikaga Yoshimitsu erbaut, der sich hier einen Ort der Ruhe und Repräsentation wünschte. Erst nach seinem Tod wurde die Anlage dann in einen Zen‑Tempel umgewandelt, doch der goldene Pavillon, der dem Tempel seinen heutigen Namen gab, blieb das Herzstück.
Das dreistöckige Gebäude ist architektonisch besonders interessant, weil jede Etage in einem anderen historischen Stil gestaltet wurde: Der erste Stock folgt der höfischen Bauweise der Heian‑Zeit, der zweite erinnert an die Wohnarchitektur der Samurai, und der dritte ist im chinesisch beeinflussten Zen‑Stil gehalten.
Die oberen beiden Stockwerke sind vollständig mit Blattgold überzogen, was dem Pavillon im Sonnenlicht schon von Weitem glänzen lässt. Auf dem Dach thront ein vergoldeter Phönix, der als Symbol für Harmonie und Wiedergeburt gilt.
Der Tempel ist von einer sorgfältig gestalteten Gartenanlage umgeben, die als klassisches Beispiel für die Landschaftsästhetik der Muromachi‑Zeit gilt. Bei ruhigen Wetter und Wasser spiegelt sich der Pavillon im Kyōko‑chi, im sogenannten Spiegelteichs, dessen kleine Inseln und Felsen symbolische Bedeutungen aus der buddhistischen Mythologie tragen.
Ein Rundweg führt Besucher über moosbewachsene Pfade, vorbei an kleineren Schreinen und einem traditionellen Teehaus, wobei die Anlange gleichzeitig meditative als auch lebendig wirkt. Leider wurde der Pavillon im Jahr 1950 durch Brandstiftung zerstört, aber im Anschluss bis 1955 originalgetreu wieder aufgebaut und später auch noch einmal restauriert, sodass er auch heute noch eine strahlende Schönheit darstellt.
Der Goldene Pavillion gehört zur Rinzai‑Schule des Zen‑Buddhismus und wird heute als Shariden genutzt, also als Ort zur Aufbewahrung buddhistischer Reliquien. Er ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein kulturelles Symbol Japans, das in der Literatur, Kunst und Popkultur des Landes immer wieder auftaucht.
Besonders eindrucksvoll wirkt der Tempel im Wechsel der Jahreszeiten: im Frühling blühen hier die Kirschbäume, der Sommer besticht durch sattes Grün, im Herbst leuchten die roten und gelben Ahornblätter und im Winter bedeckt eine dünne weiße Schneeschicht das goldene Gebäude. Ich war bisher zwei Mal hier gewesen, ein Mal im Hochsommer und das andere Mal zu Beginn des Frühlings, aber gerade im Herbst und im Winter sollte es hier wohl am charmantesten und schönsten aussehen.
Auch wenn man sagen muss, dass Kyoto einfach zu viele faszinierende Orte bietet und man aus Zeitmangel gar nicht alles sehen und besichtigen kann, gehört der Kingaku-ju doch zu den absoluten Höhepunkten bei einem Besuch in der alten Kaiserstadt. Dieser Ort, der Geschichte, Spiritualität und Ästhetik auf so harmonische Weise miteinander verbindet ist eigentlich ein absolutes Muss, wenn man einmal nach Kyoto kommen sollte.
Und auch ich würde sehr gerne noch einmal zum Kinkaku-ju kommen, wie gesagt am liebsten im Herbst oder im Winter. Aber Kyoto ist leider ein ein wenig weit weg von unserem derzeitigen Domozil, als das wir mal kurz einen spontanen Ausflug wagen könnten. Aber ich bin mir sicher, dass ich es eines Tages noch einmal hier her schaffen werde. Ich freue mich jetzt schon, und wer weiß, vielleicht dauert es ja am Ende doch nicht so lange, wie ich heute glaube....







