Schnell noch in den Chion-in und einmal staunen 👹🍣🎎 Mein Japan

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Bei unserer letzten Kyotoreise bin ich ich zumeist auf bekannten Pfaden gewandelt und habe mein kleines Team an Orte geführt, wo ich früher schon einmal gewesen bin. Für die Kleinen war das ja alles Neuland gewesen, und auch für mich, obwohl ich vieles schon einmal gesehen hatte, waren unsere Ausflüge ein ganz tolle Sache. Es macht eben doch auch sehr viel Spaß, auf eben genau diesen vertrauten Pfaden zu wandelt, und ein wenig in Nostalgie und Erinnerungen zu baden.

Letztendlich bin aber auch ich an ein paar Orten vorbeigekommen, die ich noch nicht kannte. Kyoto hat davon wohl eine ganze Menge, aber da wir halt viel zu selten hier herkommen, beschränkt man sich oft mit dem Vertrauten und geht auf Nummer sicher. Aber eigentlich gibt es so viel zu entdecken in der alten Kaiserstadt - es fehlt einem leider nur immer die Zeit.

Und wenn man Kyoto sagt, dann meint man vor allem Tempel und Paläste, wobei es von den ersten wohl so viele gibt, dass man an jedem Tag im Jahr einen anderen Tempel besuchen könnte. Und jetzt, wo ich diese Angabe überprüfe scheint es, dass es wohl mehr als 5 Jahre dauern dürfte, bis man auf diese Art und Weise alle Tempel der Stadt besucht hätte. Wobei wahrscheinlich nicht alle Tempel so interessant sein dürften, wie zum Beispiel der Chion-in Tempel, an dann wir kurz vor Toreschluss noch kurz reingeschaut hatten.

Bereits der Eingangsbereich zu diesem ehrwürdigen Tempel ist beeindruckend, wird man hier doch vom größten Holztor Japans empfangen.

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Das Sanmon des Chion-in wurde im Jahr 1621 errichtet und ist rund 24 Meter hoch. Mit seiner gewaltigen Holzkonstruktion, den massiven Säulen und dem weit ausladenden Dach bekommt man bereits beim Betreten einen Eindruck von der Bedeutung der Tempelanlage.

Das Tor selbst hat nicht nur eine praktische Funktion als Eingang, sondern besitzt auch eine spirituelle Bedeutung. Im Buddhismus symbolisiert das Durchschreiten eines Tempeltors den Übergang von der alltäglichen Welt in einen Bereich der Besinnung und des Glaubens. Im oberen Stockwerk befinden sich zudem zahlreiche buddhistische Figuren und Darstellungen von Schutzgottheiten, die man sich aber leider nicht ansehen konnte.

Insbesondere die lange Freitreppe, die direkt auf das Tor zuführt, macht dieses Sanmon so eindrucksvoll. Wenn man ein wenig weiter zurückgeht, kann man aus der Ferne die gewaltigen Dimensionen des Tores sogar noch stärker wahrnehmen.

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Direkt hinter dem Tor führen zwei Treppen nach oben. Die linke Treppe ist die steilere und heißt Otoko-sakka. "Otoko" ist das japanische Wort für Männer und deutet schon darauf hin, dass es hier etwas anstrengender werden könnte. Die rechte Treppe ist etwas flacher und heißt Onna-sakka. "Onna" bedeutet Frau, was den Unterschied dann bereits erklärt.

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Nun ja, ich habe die Männertreppe genommen, was letztlich keine wirkliche Herausforderung war. Wer einmal auf dem Fuji war, für den ist solch eine Treppe doch ein Klacks 😊

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Wir waren wie gesagt kurz vor Toresschluss hier und hatten leider nur Zeit für eine schnelle Runde. Aber da wir extra hierher geeilt waren, wollte ich diese kurze Zeit so gut nutzen wie möglich.

Der Chion-in-Tempel selber gehört zu den bedeutendsten buddhistischen Tempelanlagen Japans und liegt am Fuße der Higashiyama-Berge im Osten der Stadt Kyoto. Er ist der Haupttempel der Jōdo-Schule (Der Schule des Reinen Landes), einer der größten buddhistischen Glaubensrichtungen des Landes, und jährlich besuchen Millionen Gläubige und Touristen die weitläufige Anlage.

Die Geschichte des Tempels reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück, und er soll an dem Ort errichtet, an dem der buddhistische Mönch Hōnen seine letzten Lebensjahre verbrachte. Hōnen lehrte, dass die Wiedergeburt im Reinen Land Buddhas durch den aufrichtigen Glauben und das wiederholte Sprechen des Nembutsu, der Anrufung des Buddha Amida, erreicht werden könne, und seine Lehren fanden großen Zuspruch unter den einfachen Menschen und verbreiteten sich rasch in ganz Japan.

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Heute beeindruckt Chion-in vor allem durch seine monumentalen Gebäude, wie das bereits gezeigte Sanmon-Tor und auch die Miedo-Halle, die dem Tempelgründer Hōnen gewidmet ist und die zu den größten Holzgebäuden Japans gehört.

Wir hatten zum Glück ein paar Minuten, um auch in die Haupthalle zu gehen, wo man wie üblich keine Fotos machen konnte. Aber so konnte ich mich mal ganz entspannt hinsetzen und in mich gehen - ein kurzer Moment der Reflektion tut immer gut.

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Und dann wurden auch schon die Tore der Haupthalle hinter uns geschlossen und die Tempelanlage lehrte sich. Ich drehte noch schnell ein kleine Runde und wollte ein paar Fotos machen, denn so schnell würde ich hier wohl nicht wieder herkommen.

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Und die Tempelanlage war nicht nur besinnlich, sondern auch fotogen., was wahrscheinlich auch an der tollen Lage hier am Berghang lag, dessen sattes Grün einen tollen frischen Hintergrund bot. Gerne wäre ich auch nur ein wenig in den Berg hineingelaufen, aber dafür war leider keine Zeit mehr.

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Aber bevor ich hinauslief, drehte ich mich noch ein paar Mal um. Die große Halle ist wirklich groß und macht ordentlich was her. An manchen Tagen dürfte es hier wohl richtig voll werden, was wohl auch ein interessanter Anblick ist. Aber ich war dann doch froh, dass es hier an diesem späten Nachmittag dann eher ruhig und entspannt war, und wir ganz gemütlich den Rückweg antreten konnten.

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Und schon waren wir wieder beim großem Eingangstor, dessen Dimensionen man vor allen dann spürt, wenn man direkt darunter steht. Dafür, dass dieses Tor bereits über 400 Jahre alt ist, hat es sich erstaunlich gut gehalten, und man kann den alten und auch neuen Meistern nur danken und gratulieren, was sie hier für ein architektonisches Meisterwerk geschaffen hatten.

Für uns ging es noch ein wenig weiter, denn der auch wenn der Tempel nun hinter uns zumachte, war der Tag noch lange nicht zu Ende. Wir hatten noch ein Stückchen zu laufen und es eigentlich auch gar nicht eilig, irgendwo hin zu kommen. Ganz im Gegenteil, ich genoss es, unterwegs zu sein und mich durch diesen interessanten Teil der alten Kaiserstadt Kyotos treiben zu lassen, in der es überall so viel zu sehen gibt.

Und während ich diese Zeilen schreibe, fange ich doch gleich wieder an zu überlegen, wann ich denn das nächste Mal nach Kyoto kommen kann. Es wird wohl noch ein wenig dauern, aber am liebsten würde ich morgen sofort losfahren...

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Welako

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