Hat ein Wal eine größere Lebensberechtigung als ein Schwein?
Diese ganze Scheinheiligkeit ist aktuell mal wieder nicht zu ertragen.
Da strandet ein Wal, und die gesamte Medienlandschaft dreht durch. Rund um die Uhr Berichterstattung, Live-Ticker, Sondersendungen. Familien packen ernsthaft das Auto und fahren hin, um aus der Ferne ein armes, gequältes Tier zu beobachten – als wäre das das Highlight der diesjährigen Urlaubssaison. Und im Internet wird fleißig geteilt, von der Teenagerin bis zum Rentner, alle schreiben „Das arme Tier!" und „Tierschutz!" und teilen und liken und sind ganz betroffen.
Und dann gehen dieselben Leute in den Discounter und kaufen sich das Schnitzel aus der schlechtesten Tierwohl-Klasse, weil es gerade im Angebot ist. Irgendein Schwein, das acht Monate unter Bedingungen aufgezogen wurde, die man sich nicht anschauen will. Aber das Schnitzel wird sich trotzdem reingezogen. Ohne Nachdenken, ohne Mitleid, ohne einen einzigen Gedanken daran, dass dieses Tier genauso gelitten hat wie der Wal da im Sand.
Und ja, ich bin da keine Ausnahme. Ich esse auch Fleisch. Und ich achte auch nicht immer darauf, wo es herkommt. Ich versuche es gelegentlich, aber sicherlich nicht konsequent. Aber ich stelle mich wenigstens nicht hin und heule über einen Wal, während ich das Billigfleisch aus der Pfanne hole.
Ob der Wal überhaupt gerettet werden will, fragt übrigens keiner. Vielleicht hat er sich zum Sterben zurückgezogen. Tiere machen das. Aber man lässt es nicht zu. Man muss retten, man muss helfen, man muss zeigen, dass man auf der richtigen Seite steht. Die Rettungsaktion kostet ein Vermögen, und selbst wenn er es zurück ins offene Meer schafft, garantiere ich euch eins: In zwei, drei Wochen steht dann irgendwo auf Seite fünf, dass der Wal doch gestorben ist. Und dann interessiert es absolut niemanden mehr. Denn dann gibt es längst die nächste Schlagzeile, die alle beschäftigt.
Und genau das ist der Punkt. Mit dem Geld, das für diese eine Rettungsaktion verpulvert wird, könnte man tausende Straßentiere kastrieren lassen und wirklich dafür sorgen, dass Tierleid verschwindet. Nicht für die Kamera, nicht für die Schlagzeile, sondern tatsächlich. Aber das ist natürlich nicht medienwirksam genug. Ein kastrierter Straßenhund in Rumänien bringt keine Klicks.
Und da sind wir beim eigentlichen Thema. Denn diese ganze Geschichte wird von den Medien natürlich nicht ohne Grund hochgespielt. Der Deutsche muss abgelenkt werden. Von Problemen im eigenen Land, von Dingen die wirklich wehtun, von Fragen die unbequem sind. Und da kommt so ein gestrandeter Wal genau richtig. Der deutsche Michel schaut traurig, teilt den Beitrag und hat das Gefühl, er hätte etwas Gutes getan. Und vergisst dabei, was sonst noch passiert.

Indoktrination wird heute nicht mehr von oben herab verordnet. Der Bürger lässt sich freiwillig jeden Tag berieseln, und das Traurige ist nicht nur, dass er vieles von dem Geschriebenen und Gesagten auch noch glaubt – nein, manchmal verinnerlicht er es sogar. Hier hätte sich so mancher Propagandaminister eine Scheibe abschneiden können von den heutigen Zuständen in den Medien. Aber gut, die erfolgreichste deutsche Fernsehsendung ist das Dschungelcamp. Ich denke, das sagt eigentlich schon alles. Und ja, die Freundin schaut sich das auch immer an.
Ich weiß, ich mache mich mit solchen Aussagen wieder unbeliebt. Sicherlich sind gleich wieder ein paar Follower verschwunden. Aber das ist mir ehrlich gesagt schnuppe. Ich sage was ich denke, und ich handle wie ich es für richtig halte. Meistens jedenfalls.
Und ja, ich schreibe hier auch nur mein Blabla und ändere im Grunde auch nichts damit. Die einzige Hoffnung ist, dass vielleicht einer von den fünfzig bis hundert Leuten, die meine Beiträge überhaupt noch angezeigt bekommen, zumindest mal kurz darüber nachdenkt. Nicht über den Wal. Sondern darüber, warum er gerade über einen Wal nachdenkt – und nicht über das, was wirklich zählt.
Veröffentlicht mit Welako
Tierquälerei geht weit über die Aufzucht von Tieren für den menschlichen Verzehr unter ständigem Stress vor ihrer Schlachtung hinaus. Ich denke an diese zunehmend normalisierte Kultur der Haustierhaltung, die letztlich einer Misshandlung ihrer natürlichen Lebensweise gleichkommt.
Natürlich gehöre ich zu denen, die regelmäßig Fleisch essen, und ich gestehe, dass ich selten darüber nachdenke, weil ich sonst damit aufhören müsste.
Aber zusätzlich zu Ihren ausgezeichneten Überlegungen darüber, wie Medien und soziale Netzwerke die Massen manipulieren, frage ich mich, ob manche dieser Menschen, abgelenkt von ihren Gefühlen für den gestrandeten Wal, jemals an den Lebensraum Ozean denken, der mit dem Müll der Menschheit übersät ist, und an Millionen anderer Meerestiere.
El maltrato animal va mucho más allá de la cría de animales para el consumo humano en condiciones de continuo estrés para después ser sacrificados. Pienso en esta cultura cada vez más normalizada de las mascotas humanidad que acaban siendo maltrato a su naturaleza.
Obviamente soy de los que consume carnes de manera regular y me confieso pensando en ello muy pocas veces porque entonces tendría que dejar de comerla.
Pero además de tus excelentes reflexiones sobre cómo juegan los medios y las rrss con la mente de las masas, me pongo a pensar en si algunas de estas personas distraídas en su sentimiento hacia la ballena varada en la orilla se detiene a pensar en el hábitat oceánico lleno del desechos que le lanza la humanidad a ella y otros millones de especies marinas.
der beste post seit langen,auf den punkt gebracht,mich hast damit voll abgeholt,wer tiere liebt und nicht als ware sieht sondern als fühlende wesen,die sich das nicht ausgesucht haben in deren haut geboren zu werden,der sollte nochmal alles überdenken und auch hinter die kulissen schauen,alle schreien auf wenn diskriminiert und versklavt wird,doch genau das passiert täglich in den ställen,hauptsache billig und rein damit,ich hole jetzt nicht weiter aus,denn dann schreibe ich morgen noch,kälbchen werden mit der flasche groß gezogen,der mutter entrissen und alle finden das normal,doch wehe man entreißt einer mama ihr menschenbaby,dann wird aufgejauelt,einfach mal sacken lassen...danke für deinen post,vieleicht ändert sich bei dir ja auch eine kleinigkeit,damals hast du mehr vegane sachen gemacht,heute sehe ich bei dir fleischberge auf den tellern