Jetzt kommen die heissen Kartoffeln : ) - einfacher Video Cutter auf Webbasis

in #deutsch9 days ago

CuttOffl - Video schneiden, lokal, ohne Cloud, ohne Konto

Ich schneide ab und zu mal ein Video zusammen, kleine Clips, kurze Tutorials.
Und jedes Mal dieselbe Frage: Welches Tool nehme ich denn jetzt?
Die großen Editoren sind überladen, die Online-Dinger wollen Account und laden mein Material auf irgendwelche Server, und FFmpeg direkt auf der Kommandozeile ist zwar mächtig, aber wenn ich nur mal schnell drei Stellen rausschneiden will, ist das auch kein Spaß.
Ich hab in den 2000er Jahren öfter mal mit einfachen Schnittprogrammen gearbeitet, die noch frei nutzbar waren, heute laufen die aber nicht mehr, wurden nie weiterentwickelt.

Also hab ich mir selber was gebaut.

Diesmal sogar als Videopräsentation:


CuttOffl – Video-Editor für Raspberry Pi & Mac

CuttOffl ist ein Web-Interface für FFmpeg, das auf dem eigenen Rechner läuft. Du ziehst ein Video rein, schneidest es in einer Timeline mit Keyframes, Thumbnails und Wellenform zusammen und exportierst das Ergebnis. Die Originaldateien verlassen den Rechner nie. Kein Upload, kein Konto, keine Cloud.



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Wie das intern funktioniert

Beim Upload wird im Hintergrund eine kleine Proxy-Version (480p) erzeugt. Das ist der Trick, warum das Scrubbing auch bei großen Videos flüssig läuft, die Timeline arbeitet mit dem Proxy, das Original bleibt unangetastet.

Geschnitten wird nicht destruktiv. Jeder Schnitt ist nur ein Eintrag in einer EDL (Edit Decision List), also einer Liste mit "von hier bis hier nehmen". Beim Export entscheidet CuttOffl dann pro Segment: Wenn es keyframe-genau kopiert werden kann, wird nix neu kodiert – das ist verlustfrei und blitzschnell. Nur wo es nötig ist, wird frame-genau neu kodiert. Dieser Hybrid-Render spart auf langen Videos echt viel Zeit.

Hardware-Encoder werden automatisch erkannt. Auf dem Mac läuft VideoToolbox, auf dem Pi V4L2, ansonsten libx264 als Software-Fallback.



Bildschirmfoto 2026-04-18 um 01.04.59.png


Was es kann

Schnitt & Timeline

· Keyframe-Magnet in der Timeline, copy/reencode wird live angezeigt
· In/Out, Split, Trim-Drag, Undo/Redo, Auto-Save
· Vorschau für Auswahl, einzelne Clips oder die ganze EDL
· Zoom-Presets von Übersicht bis frame-genau
· Hybrid-Render – so viel wie möglich kopieren, nur nötige Schnitte neu kodieren

Bibliothek

· Virtuelle Ordner mit Drag & Drop und Bulk-Verschieben
· Kacheln, Liste, Kompakt-Ansicht, Sortierung, Filter, Volltext-Suche
· Tag-Editor mit Farb-Chips und Autocomplete
· SHA-256-Duplikatprüfung beim Upload
· ZIP-Download ganzer Ordner

KI-Untertitel (optional)

Whisper kann lokal dazu installiert werden, drei Engines zur Auswahl: mlx-whisper für Apple Silicon, faster-whisper für Pi4/5, Linux, openai-whisper als Referenz. CuttOffl scannt dabei deinen HuggingFace-Cache und die Whisper-Standardpfade mit, damit nicht unnötig Modelle doppelt runtergeladen werden.

· Segmente erscheinen live während der Transkription
· Mitlaufendes Transkript beim Abspielen, Inline-Suche mit Treffer-Navigation
· Untertitel-Overlay im Player
· Export als SRT und WebVTT – auch für geschnittene Exports, die Zeitmarken werden dabei aus der EDL auf die neue Zeitachse umgerechnet

Export & Bundle

· Fertige Videos lassen sich wieder in die Bibliothek übernehmen für weiteren Schnitt
· Bundle-ZIP je Datei oder Ordner: Video + passende SRT + VTT
· Codec-Empfehlung für die erkannte Hardware


Datenschutz

Nach dem einmaligen Einrichten läuft die App komplett offline. Das Frontend redet nur mit dem lokalen Backend, das Backend ruft von sich aus nichts Externes auf. Whisper-Modelle werden nur gezogen, wenn du es in den Einstellungen bewusst anstößt – danach setzt CuttOffl HF_HUB_OFFLINE=1, es gibt nicht mal mehr Cache-Checks an HuggingFace.

Keine Telemetrie. Kein Analytics. Keine CDN-Aufrufe. Kein Konto.


Plattformen

Läuft auf macOS (Apple Silicon empfohlen) und auf Linux inklusive Raspberry Pi 5. Voraussetzungen sind Python 3.11+, Node.js 20+ und FFmpeg 6+ im PATH.


Installation

Repo holen:

git clone https://github.com/HalloWelt42/CuttOffl.git
cd CuttOffl

Einmal einrichten:

./setup.sh                         # Backend + FFmpeg-Check
./setup.sh --with-transcription    # optional: Whisper gleich mit
cd frontend && npm install

Starten:

./start.sh

Danach öffnest du http://127.0.0.1:10037 im Browser und fängst an. Das Start-Script kennt auch status, logs, stop, restart und kann Backend oder Frontend einzeln starten – nützlich wenn man mal was nachinstalliert hat.


Stack

Backend ist FastAPI mit SQLite, im Frontend läuft Svelte 5 mit Runes, Vite 8 und Tailwind 4, kein SvelteKit, bewusst schlank gehalten. Gerendert wird mit FFmpeg und dem Concat-Demuxer.


Quellcode

https://github.com/HalloWelt42/CuttOffl

Wer Bugs findet oder Ideen hat, gerne als Issue auf GitHub melden. Das Ding ist noch jung, es wird sicher noch viel dran geschraubt.


Viel Spaß damit!

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Danke für deinen Beitrag. Ich suche eigentlich ein Videobearbeitungsprogramm in dem ich mich austoben kann. Ich stoße immer wieder auf Meldungen, dass ich wieder eine kostenpflichtige KI-Funktion ausgewählt habe. Das nervt. Ich habe nicht genau verstanden ob man mit deinem Tool auch Videos erstellen kann oder nur schneiden..

Lg

Ein wenig wird in meinem Video erklärt. Das was im Video gezeigt wird ist die Demo für den Start, wenn man die app erstmal kennen lernen möchte.

Die Frage ist, was soll die KI können?

Bei mir kannst Du erstmal einfache Schnitte machen, Also Keyframes oder Frames schneiden, neue Videodatei erstellen in verschiedenen Qualitäten.

Das Programm ist noch am Anfang. Es funktioniert, aber wenn mit der Zeit Wünsche hinzukommen kann ich die gern mit aufnehmen und dann umsetzen.

Die einzige KI-Funktion ist aktuell das Transkribieren der Tonspur zu Text. Dafür nutze ich kostenfreie Modelle die direkt auf dem Rechner des Nutzer laufen, ohne Anmeldungen usw.

Beim erstellen, da vermute ich, Du meinst KI-Text-Anweisungen geben und es entsteht ein Film?