Der Moment beim Notar, auf den niemand vorbereitet ist – Nebenkosten beim Immobilienkauf in Italien

in #immobilien2 months ago (edited)

Es gibt einen Moment im italienischen Kaufprozess, den so gut wie jeder Käufer einmal erlebt: Der Notar legt kurz vor dem Termin eine Kostenaufstellung vor – und die Summe ist deutlich höher, als man dachte. Nicht, weil etwas schiefgelaufen ist. Sondern weil vorher niemand die Nebenkosten vollständig erklärt hat.

Der größte Posten ist fast immer die Grunderwerbsteuer. Wer eine Immobilie als Erstwohnsitz kauft, zahlt 2 % – aber nicht auf den Kaufpreis, sondern auf den oft deutlich niedrigeren Katasterwert. Bei einem Zweitwohnsitz sind es 9 %. Der entscheidende Hebel dabei: die sogenannte Preis-Wert-Regel, die bei einem Beispiel mit 300.000 € Kaufpreis und 85.000 € Katasterwert den Unterschied zwischen 7.650 € und 27.000 € Steuer ausmachen kann. Wer diesen Antrag beim Notartermin vergisst, verschenkt bares Geld.

Dazu kommen Notarkosten (1.500–4.000 €), die in Italien fast immer komplett vom Käufer getragen werden, eine Maklerprovision von meist 2–4 % plus MwSt. – wichtig: Sie entsteht bereits mit dem Compromesso, nicht erst beim Notartermin – sowie optional Anwalts- und Übersetzungskosten. Bei einem konkreten Rechenbeispiel (Landhaus Toskana, 250.000 €, Zweitwohnsitz) kommen so rund 19.850 € Nebenkosten zusammen, etwa 7,9 % des Kaufpreises.

Als Faustregel gilt: 10–15 % Puffer auf den Kaufpreis einplanen, dann ist man auf der sicheren Seite.

Der vollständige Artikel enthält außerdem die laufenden Kosten nach dem Kauf (IMU, TARI, Versicherung), Regelungen für Erbschaft und Schenkung sowie eine Checkliste für den Compromesso:

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