RE: So weit, so gut, die Nerven liegen blank...
Guten Morgen! Ich denke, so einfach kannst Du Deine Sucht und Dein Defizit an Lebensfreude nicht trennen. Durch das eine ist Deine Erwartungshaltung so unnatürlich hoch, daß nur immer neue Kicks Dich so stimulieren, daß Du Dich fühlen kannst. Das ist übrigens nicht nur bei stofflichen Abhängigkeiten so - frag' Spielsüchtige oder Extremsportler...
Es gibt auch meiner Meinung nach kein Patentrezept, das für alle paßt. DEN EINEN Weg in ein entspanntes und gesundes Leben. Ich schließe darum gar nicht aus, daß für Dich so eine Ketaminbehandlung den gewünschten Effekt bringen könnte. Aber ich halte diesen ANsatz für falsch.
EX-IN ist ein Konzept, daß aus Amerika stammt (glaube ich). Im groben geht es darum, daß Abhängige einen psychologischen Ausbildungsprozeß durchlaufen, sich selber dadurch besser verstehen lernen und ihre Erfahrung an Leute im aktiven Konsum oder mit Suchtdruck weiter geben. Stell Dir einfach vor, daß Du nicht mehr das Gefühl hast, Dein Therapeut kann Dich gar nicht verstehen, weil er nie in Deiner Situation war, weil er nie gefühlt hast, was Du fühlst. Bei Ex-In weißt Du: Dein Gegenüber kennt das alles. Und hat es hinter sich gelassen. Sieht und fühlt Dich aber dabei.
In Italien bietet das z.B. La Strada an, die sitzen in Bozen. Oder Ariadne. Lies Dich in das Konzept gerne 'mal rein - ich empfehle es Dir, weil ich im Umfeld sehr gute Eindrücke davon habe.
Zugegeben, wenn ich zurückdenke, wann ich ein Gefühl von Glücklichsein hatte, dann war das mit Substanzen. Jetzt rückblickend sage ich dazu, ja, es kann sich wie Glücklichsein angefühlt haben, aber es war halt kein "natürliches" Glücklichsein. Da gibt es einen Unterschied.
Hey, La Strada kenne ich, da arbeitet mein damaliger Psychologe :) Aber das Konzept klingt echt interessant ;) Danke :)